Montag, 29. Januar 2018

Danke für nichts.

"Ich kann mich nur auf einen Menschen konzentrieren."
"Immer, wenn man einen Menschen viel denkt, schreibt er auf einmal."
"Ich wollte dich im November schon besuchen kommen."
"Bald komme ich vorbei."

Es schmerzt. Es reißt mir das Herz aus der Brust und fügt es zerbrochen wieder in meinen Körper ein.
Jedes deiner Worte zeigt ein Stückchen mehr, wie lieblos du mit unserer Freundschaft umgehst.
Du hast sie dir genommen, weil es nichts anderes gab. Hast sie benutzt, um über Wasser zu bleiben. Hast dich an ihr festgehalten, als dein Schiff drohte unterzugehen. Hast sie in dein Leben integriert.

Du hast mich in dein Leben integriert.

Und jetzt? Nach Monaten der Versuche, nicht mehr an dich zu denken, sehe ich dich einen Tag und du schleuderst mir entegegen, dass du zu Besuch kommen wolltest. Nach Monaten ohne ein Wort von dir, wagst du es, mir so etwas zu sagen. Ohne es getan zu haben.

Was bezweckst du damit? Möchtest du ein Gefühl in mir hervorrufen? War es ein unbedachter Satz? Hast du ein schlechtes Gewissen, aber es ist nicht groß genug um Worten auch Taten folgen zu lassen?

Du denkst nicht mehr an mich und ich denke jeden Tag an dich. Du bedeutest mir noch was.
Ich kenne niemanden, der in einer Unterhaltung so fixiert ist, der sich konzentriert und sich nicht ablenken lässt von äußeren Umständen. Du hast auf mich aufgepasst und jetzt lässt du mich im Regen stehen.

Du fehlst mir.
Und ich fehle dir nicht.

Früher hab ich gekämpft. Darum, dass mein bester Freund in meinem Leben bleibt. Heute gebe ich auf. Denn ich hab damals den Kampf verloren und werde auch diesen verlieren.

(Ich will nicht aufgeben. Ich will dich in meinem Leben. Ich möchte nicht mit dir reden, da du dann mit ihr redest und unser Thema geht sie einen ****** an. Ich habe Angst, dass du mit ihr über mich redest. Ich habe Angst, verurteilt zu werden. Ich habe Angst. Ich kämpfe. Mit mir.)

, Ziska.

Dienstag, 2. Januar 2018

Dankbarkeit und Traurigkeit liegen nah beinander.

Zuallererst:
Ein frohes und gesundes neues Jahr 2018 für euch da draußen!

Das Ende eines Jahres und gleichzeitig das Ende einer Freundschaft.

2016: tief und innig, 2017: bis zur Hälfte des Jahres immerhin einige Worte und Gedanken.
Bis der Mai und damit deine neue Liebe kam.

Es ist okay so.
Ich werde nicht mehr weiter versuchen, etwas aufrechtzuerhalten, was nur ich will.

Ich beende mit dem Ende des Jahres 2017 diese Freundschaft. Auch wenn es schmerzt.

Ich habe im Jahr 2017 gelernt, dass man sich von Menschen in Dankbarkeit verabschieden soll und nicht mit schlechten Gefühlen.
All meine Gefühle für dich sind durchtränkt mit Traurigkeit, Entrüstung, Wut, Schmerz, Verletzung.
Es ist nicht fair, dass unsere Freundschaft auf diese Weise endet.
Kalt und erbarmungslos hast du mich im Regen stehen lassen, bist in dieses wundervoll erleuchtete Haus verschwunden und hast die Tür zweimal hinter dir abgeschlossen.

Doch all die Enttäuschung muss ich loslassen. Ich muss dich loslassen, gehen lassen, allein lassen. Denn ich muss frei sein, von Gedanken an dich, frei von all dem Schmerz und der Wut. Sie sind keine guten Wegbegleiter.

Ich verabschiede mich von dir.
Du warst für anderthalb Jahre ein wichtiger Mensch in meinem Leben.
Hast mich aufgefangen, gehalten, wachgerüttelt. Du hast mir die Augen geöffnet, hast mir einen neuen Weg gezeigt. Ich habe deine Hilfe angenommen und manchmal verflucht.
Doch letztendlich – bin ich dir dankbar. Denn ich habe von dir gelernt, dass es okay ist, nicht okay zu sein und dass es für alles eine Lösung gibt.

Du wirst mir fehlen, denn seit meiner Kindheit hab ich regelmäßig an dich gedacht. Aber Zeiten ändern sich.

Der einzige Termin in jedem Jahr, an dem wir uns immer mit absoluter Wahrscheinlichkeit gesehen haben, existiert nicht mehr. Der Gedanke tut weh, aber vielleicht ist das Leben so. Voller Abschiede. Und Traurigkeit. Und Dankbarkeit.

, Ziska.
P.S. Würdert ihr nach so langer Zeit des nicht tiefsinnigen Redens ein Gespräch über das Ende einer Freundschaft anfangen oder es einfach bei der Funkstille belassen, die sich ausbreitet, wenn ich ihm nicht schreibe?

Freitag, 3. November 2017

Von Eifersucht und Vermissen.

Wo beginnt Eifersucht und wo hört Vermissen auf?

Seit einiger Zeit habe ich, wenn überhaupt, in zwei Sätzen Kontakt zu dir. Kurz. Unpersönlich.

Desinteresse. Spricht aus jedem deiner Sätze.
Vor einigen Monaten hast du mir dein Herz ausgeschüttet, hast mir alles erzählt, von Frauen, von Schmerzen und Einsamkeit. Von Unsicherheit und Weiterentwicklung. Von falschen Freunden. Von besten Freunden.
Du hast mir erzählt, dass Menschen dich hängen lassen. Dass du so viele gute und beste Freunde schon verloren hast. Weil sie sich von dir weg entwickelt haben.
Ich habe dir jedes Wort geglaubt. Habe daran gedacht, dass du niemals Menschen, die dir wichtig sind, allein lassen würdest.

Heute weiß ich es besser.
Als es dir schlecht ging, war ich da. Ich hab dich aufgefangen, war deiner Aussage nach anders als die vielen anderen Menschen in deinem Leben. Ich hab dich verstanden, dir zugehört und nicht versucht dich zu verändern. Ich hab dich ernst genommen. Ich hab dir einen Platz in meinem Leben eingeräumt, habe dir Stunden und Tage geschenkt. So oft hab ich wegen dir alles stehen und liegen lassen.
Heute geht es dir nicht mehr schlecht. Heute geht es dir gut, weil es sie gibt. Sie fängt dich auf, sie hat dir einen Platz in ihrem Leben eingeräumt. Sie hört dir zu, die nimmt dich, wie du bist. Sie gibt dir alles, was du in deinen vielen Frauen gesucht hast.
Sie gibt dir das, was ich dir letztes Jahr gegeben habe, mit dem kleinen Unterschied, dass sie deine feste Freundin ist und ich nur deine beste Freundin war. Ich war nur die, die zugehört hat. Mehr nicht. Sie ist Mehr. Sie ist Alles.

Heute nehme ich keinen Platz mehr in deinem Leben ein.
Ich möchte dir schreiben, mich ausheulen, dir sagen, dass du mir fehlst und ich geichzeitig so verdammt wütend auf dich bin. Ich möchte dich nicht mehr wiedersehen und dir doch in die Augen sehen - um dir mit einem Blick zu sagen, dass du mich verletzt und verloren hast. Denn wie soll das Vertrauen von letztem Jahr wiederkommen, wenn du doch keine Zeit in uns investierst?
Nicht die Menschen verlassen dich, sondern du die Menschen. Das schmerzt und ich wünschte es wäre anders. Du fehlst mir. Wegen ihr.

Ist das schon Eifersucht oder noch Vermissen?
Oder ist da einfach nur noch Wut?

, Ziska.

Freitag, 6. Oktober 2017

Freitagabendgedanken.

Lieber Ex-Bester-Freund,

im einen Moment warst du noch mein bester Freund.
Und im nächsten Moment warst du ihr fester Freund.

Deine Ex-Freundin konnte mich nicht ausstehen. Sie hat mich förmlich gehasst. Hat mir all ihre Wut und Unsicherheit entgegengebracht, die in eurer Beziehung vorherrschend war.

Wir haben uns trotzdem getroffen. Geredet. Du hast mich aufgefangen, hast soviel von mir gehört, mich bis tief in mein Innerstes kennen gelernt. So viel mehr von mir gesehen, als all die anderen in den letzten Jahren. Du hattest mein hundertprozentiges Vertrauen.

Dann kam sie. Die Neue. Du hast sie angesehen. Und sie dich. Und man konnte das Knistern spüren. Es war greifbar in diesem kleinen großen Raum zwischen euch. Ihr wolltet, aber ihr durftet nicht. Bis du dich einen Monat später von deiner Freundin getrennt hast. Und ein weiteres zufälliges Treffen in die Wege geleitet hast.

Es war und ist um euch geschehen. Ihr habt euch verhalten, als wäre da niemals jemand anderes in eurem Leben gewesen. Habt euch gegenseitig in den Arm genommen, euch geküsst und seid in das Leben des anderen eingezogen, als wäre es das Natürlichste der Welt.
Eine besondere Bindung. Zwischen euch. Die ihr tagtäglich nach außen tragt.

Du wirkst vollständig, wenn du bei ihr bist. Sie gibt dir das, was du seit Jahren vermisst hast. Und ich freue mich für dich. Aufrichtig. Denn ich habe deinen Fall miterlebt und habe dir alles Glück der Welt gewünscht.


Doch seit es diese Bindung gibt, fehlt mir ein Teil.
Du.

Sie hat sich alles genommen, was mir Halt gegeben hat.
Das Wissen, dass du mich magst, gerade weil ich so bin wie ich bin. Das Wissen, dass deine und meine Art zu kochen, zu backen, Sport zu treiben und das Leben zu sehen zueinander passen. Das Wissen, dass meine Gefühle, meine Ängste, meine Wünsche dich interessieren.
All das Wissen ist nicht mehr vorhanden.

Sie ist da. Sie ist in allen Punkten wie du.

Und ich. Ich höre seit Monaten nichts von dir. Auf meine Nachricht, die eindeutig um ein Gespräch bat, hast du geantwortet, dass du glücklich bist, weil du bei ihr bist, das ganze Wochenende. Kurz und schmerzlos. Hast du dich aus der erst im Jahr 2016 neu gewonnenen besten Freundschaft zwischen uns gelöst
 Nach etwas über einem Jahr zähle ich nicht mehr zu deinem Freundeskreis. Denn dein Leben dreht sich nur noch um sie.

Ich vermisse dich.

Zis.

Samstag, 31. Dezember 2016

Letzter Tag des Jahres.

2016.

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Ein Jahr. 366 Tage. Heute ist der letzte Tag eines alltäglichen Jahres. Eines Jahres, das viel Gutes und viel Schlechtes bereithielt.
Persönlich kam für mich in diesem Jahr der Alltag. Keine Unterbrechungen mehr durch Semester an der Uni. Keine Bachelorarbeit. Es gab nur die Arbeit und mich. Viel zu viel Arbeit, die mein Stress-Level wieder in ungeahnte Höhen schießen ließ. Und wenig Ablenkung abseits des Alltags.

Und heute, am letzten Tag dieses anstrengenden, romantischen, wunderschönen, traurigen, streitvollen, liebevollen Jahres sitze ich wieder hier. Wie jedes Jahr.

Die Finger fliegen über die Tasten und doch fehlen mir die richtigen Wortkombinationen um zu erklären, wie es in mir aussieht. Was für Gedanken mir durch den Kopf gehen.

Jedes Jahr aufs Neue sucht jeder Mensch nach sich selber, nach seiner Erfüllung, nach seinem Sinn des Lebens. (Ihr auch?)
 Jedes Jahr, vor allem am Ende und zum Beginn eines Jahres sortiere ich Gedanken, verfrachte Schnipsel meines Lebens in Schubladen, verfasse Worte um alles schwarz-weiß lesen zu können.
Doch so werde ich niemals meinen Sinn finden.

Sich selber, seine Erfüllung, seinen Sinn sollte man nicht am Ende des Jahres suchen. Man sollte sie in der Mitte des Jahres finden und nie wieder loslassen.

Ich wünschte, man könnte seine eigene Entwicklung über das Jahr hinweg an sich vorbeiziehen lassen.Wie in einem Film aus weiter Ferne und vollkommen unbeteiligt sein Leben betrachten und prüfen, ob es die positiven Veränderungen gab, die man sich gewünscht hat. Ob man wieder verloren gegangen ist oder sich selber gefunden hat.

Ich hab mich auch in diesem Jahr nicht gefunden. Die Tage sind vorbeigeflogen und es gab nichts, das mir gezeigt hat, dass ich angekommen bin. In mir selber.
Ich bin meiner Arbeit nachgegangen, die meinen Lebensunterhalt sichert aber meiner Kreativität schadet. Ich habe Menschen in mein Leben gelassen nur um dann festzustellen, dass man nicht zwanghaft Freundschaften herbeiführen kann, - um sein Gewissen zu erleichtern oder um jemanden zu haben, bei dem man sich ausweinen kann. Ich habe das Buch liegen lassen.

2014 hab ich im ersten Post des Jahres geschrieben, dass die Tage wie Perlenketten sind. Mit guten und schlechten Perlen. Und dieses Bild stimmt immer noch. Nur, dass dieses Jahr viele Perlen einfach undurchsichtig sind - Alltagsmatsch.

Für 2017 wünsche ich mir und euch allen die das lesen, dass viele eurer Wünsche klammheimlich in Erfüllung gehen, dass wir alle zu uns selber finden, zu unserem Sinn, zu unserer Leidenschaft.
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Und vergesst niemals - auch das neue Jahr ist nur eine Zahl, die zu einem Datum gehört. Wir werden nicht von heute auf morgen andere Menschen, aber wir können das neue Jahr trotzdem zum Anlass nehmen über uns, unser Verhalten, unsere Wünsche nachzudenken um diese in 365 Tagen zu erfüllen.

, Ziska.

Samstag, 17. Dezember 2016

Freitagnachmittag.

Seit einem halben Jahr habe ich dich nicht gesehen.
Nicht in deine Augen geblickt, nicht deine Wohnung betreten.

Gestern. Habe ich bei dir geklingelt. Als wäre es so wie früher. (War es nicht. Deine Wohnung ist nicht mehr deine, es ist eure.) Gelächelt. Du warst überrascht, obwohl das Treffen ausgemacht war. Du hattest nicht erwartet, dass ich wirklich kommen würde.
Doch ich war da.
Hab mir ein Album Musik abgeholt, habe mit dir gesprochen.


"Ich verstehe deine Schritte nicht." Du blickst mich an. Du implizierst alles, was im letzten halben Jahr gewesen ist. Mein Verschwinden. Mein plötzliches Wiederauftauchen. Es scheint wie eine rethorische Frage.

Ich will etwas erwidern. Ich möchte sagen, wie sehr du mich verletzt hast. Dass du mich erschüttert hast. Dass ich mich und meine Kraft erst wiederfinden musste. Weil ich nicht mehr ich selber war. Dass ich vielleicht jetzt erst mir selber - und auch dir - verziehen habe. Dass es mehr war, als deine Freundin die mich davon abgehalten hat, zu dir zu kommen. Dass ich mich selber schützen musste, damit du mich nicht mit deinen Worten treffen kannst. Weil du alles über mich weißt. Und mich einfach innerlich töten kannst, wenn du das willst.

Und doch. Sage ich nichts. Ich blicke dich an und schlucke. Will zu einer Erklärung ansetzen. Ich möchte so viel sagen und doch kommt kein Wort über meine Lippen.

Es klingelt. Du stehst auf und öffnest die Türe. Nur einer der Bauarbeiter. Ich ziehe schnell meine Jacke an. Möchte so gerne mit dir reden und muss doch gehen.
Wir stehen auf der Treppe. Du blickst mich an. Ich versuche dir auszuweichen, dir nicht zu nah zu sein. Ich will den sanften Keim nicht zerstören, den wir gepflanzt haben. Einen Keim, der vielleicht Freundschaft werden kann.
Dank deinem ausgesprochenen leisen "Es tut mir Leid.", das für mich alles bedeutet. Weil ich es auf alle Wunden lege, die du mir zugefügt hast.

Du nimmst mich in den Arm. Fest. Fest. Fest. Diese Umarmung spricht Bände. "Ich habe dich vermisst." Ich spüre es.

Und doch.
Schreibst du mir wieder nicht.
War das alles nur ein kleiner Ausflug um einen Moment zu erleben, der mit "Wie es hätte sein können" betitelt wird?

, Ziska.

Montag, 21. November 2016

Kissenberge.

Es gibt soviel zu sagen und trotzdem schweigen wir still.
Wir verstecken uns zwischen Kissenbergen und lassen uns nicht anmerken, worum es hier geht.
(April 2016)

Wenigstens gab es in diesem Moment noch etwas, woran ich glauben konnte. An dich. An uns. Daran, dass du mich vielleicht magst. Daran, dass unsere Freundschaft eine Chance hat.
Zwischen all den Bergen von Kissen versteckten wir unser Lächeln, das Herzklopfen. Das Gefühl, endlich jemanden gefunden zu haben, der uns in den Arm nimmt und in unseren Augen sieht, dass es uns nicht gut geht.

Ein halbes Jahr später wütet das Chaos in dieser Freundschaft. Sie ist zersplittert, liegt verwundet am Boden. Du hast sie stürzen lassen, hast sie nicht aufgefangen mit deinen Armen. Du hast sie im Sturz von dir weggestoßen.
Sie zerschellte am Boden in ihre Bestandteile. In Lächeln und Wärme und Traurigkeit und Enttäuschung.

Ich. zerschellte. am. Boden. In tausend kleine Splitter, die sich einfach nicht entfernen lassen.

Ich erzählte dir von meiner Angst, meiner Unsicherheit, meiner Zukunft - und wie sie sein wird, sein sollte. Dinge, die ich niemandem jemals so erzählt habe. Ich fühlte mich verstanden. Doch du, du hast all diese Dinge gegen mich verwendet, du hast sie an dich gerissen, sie zu deinem Eigentum gemacht um sie mit aller Macht zurückzuschleudern. Kaputt. Gebrochen. Geteilt.

Jetzt ist es vorbei. Die Kissenberge sind längst nicht mehr da. Die Wärme ist zur Kälte geworden. Und der Wunsch dich wiederzusehen, ist der Angst gewichen dir wieder in die Augen sehen zu müssen.

Seit 23 Jahren kennst du mich und es bleibt dir nur, mir Leere zu hinterlassen.

Ich vermisse die Zuversicht, eine Freundschaft zu haben, in der ich aufgefangen werde. Ich vermisse eine Freundschaft, dir mir zufällig geschenkt wurde, eine Freundschaft, die ich niemals erwartet hätte.
Doch ich vermisse nicht diesen Schmerz. Diesen Schmerz, der einfach nicht kleiner wird, egal wieviel ich darüber schreibe, nachdenke. Egal wie sehr ich ihn verdränge.

Du bist weg. Und irgendwie ist das auch gut so.

, Ziska.

Sonntag, 13. November 2016

Sieh hin.

Ihr Herz bricht.

Still sitzt sie vor ihrem Fenster. Es ist weit geöffnet und die kalte Luft dringt durch ihre Haut. Bis sie ihr Herz erreicht, dass ein paar Schläge aussetzt. Sie zittert, als der Wind die Blätter auf der Straße durcheinanderwirbelt.
Liebste Jahreszeit, denkt sie und steht auf. Ihre Beine tragen sie kaum. Sie zittern zu sehr. Ihre Fingerspitzen sind blau angelaufen. Als sie warmes Wasser darüber laufen lässt, kribbeln sie und verfärben sich dunkelrot. Wärme, sie lacht leise. Sie spürt sie nur noch, wenn sie von außen kommt.
Sie spürt die gefrorenen Tränen in ihrem Gesicht. Die kalten Streifen von Salzwasser, die sie nicht weggewischt hat. Warum auch. Es laufen sekündlich neue Tränen über ihre Wangen, die sich heiß auf der erfrorenen Haut anfühlen.

Kälte. Die Einsamkeit, die sich in ihrem Herzen eingenistet hat, verstummt nicht. Sie schreit und brüllt, doch sie überhört es. Das hat schon immer geholfen.

Wenn sie nur nicht darüber nachdenkt, wird das Gefühl vergehen und morgen wird sie aufstehen wie immer und weiterleben.

Es ist doch nichts passiert. Wie oft hat das Herz schon weh getan. Es wird diesen Bruch schon überleben.
Und so wichtig ist dieser Bruch nicht. Es gibt Schlimmeres.

Sie wird schon lange nicht mehr von Schluchzern geschüttelt, wenn sie weint. Die Tränen kommen leise. Und sogar das unauffällige Verschwinden lassen der Tränen hat sie über Jahre erprobt. Sie verschluckt sie und niemandem fällt auf, wie verletzt sie ist.

Niemand sieht hin.

, Ziska.
Ich hoffe, ich werde die Menschen sehen, die sich hinter einer Maske aus Lachen verstecken.
Wie vielen Menschen begegnen wir täglich, die eine Umarmung brauchen, weil sie jeden Abend zerbrechen?


Freitag, 14. Oktober 2016

Es schmerzt.

Menschen fügen uns ständig Verletzungen zu.
Einige sind so klein, dass wir sie selber kaum spüren. Sie heilen ohne richtig in unserem Gehirn angekommen zu sein.
Dann gibt es die Verletzungen, die uns regelmäßig weinen lassen. Verletzungen, die so groß sind, dass kein Pflaster, kein liebes Wort sie heilen kann. Sie bluten. Und dann, wenn der Moment kommt, und die Wunde verkrustet, wenn die Heilung der Haut beginnt, dann kommt jemand (oder wir) und reißen die Wunde wieder auf. Bis sie wieder schmerzt. Damit wir niemals vergessen, wie weh uns dieser Mensch getan hat.

Doch irgendwann, irgendwann kommt da jemand und legt seine Arme um uns. Trägt uns warm und sicher und wir vergessen, dass wir die Kruste abreißen müssen. Die Wunde verheilt. Wir verzeihen. Wir fühlen nur noch ein leichtes Ziehen, sehen die Narbe, aber wir spüren nichts mehr.

Kann der Mensch, der die Wunde verheilen lässt gleichzeitig derjenige sein, der sie hervorgerufen hat?
Ich wünschte die Antwort wäre ja. Vor zwei Tagen hätte ich das auch noch so gesehen.

Dieser Mensch, der mich verletzt hat, hat mich wieder ausgefüllt, mit seinen Worten. Hat all die Musik, bei der ich an ihn denken musste, wieder liebevoll klingen lassen.
Doch. Als ich genauer hinsah spürte ich, dass der Schmerz längst nicht vergangen ist.
Zu sehr wurde mein Ich in seinen Grundfesten erschüttert und ohne Halt zurückgelassen.

Niemand fängt einen, wenn man nicht über sich redet.
Doch wenn man über sich redet, dann können Menschen einen da verletzten, wo es einen ans Ende bringt.

Du warst die falsche Person für mich.


, Ziska.


Montag, 3. Oktober 2016

Außenseiter.

Ich gehörte nie irgendwo dazu.
Ich war nie die Freundin die ich sein wollte.

So viele Cliquen. In der Schule. Im Studium.
Ein Freundeskreis.
Und ich. Stand außerhalb der Linie. Schon immer. Ein Außenseiter unter lauten Menschen, die die gleichen Kurse besuchten wie ich und den gleichen Abschluss anstrebten.
Ich  wurde oftmals belächelt, für Dinge die ich sagte und wenn jemand anders das gleiche sagte, so wurde er gefeiert.
Als ich mich mit einer Person gegen fünfzehn andere Menschen stellte, wurde mir vorgeworfen ich sei ein Mitläufer.
An meinem 18 Geburtstag lud ich die Menschen ein, mit denen ich in der Schule immer zusammen war. Sie kamen - und gingen kurz nach Mitternacht ohne sich mit mir unterhalten zu haben.
Wenn ich im Alter von zehn, elf, zwölf, meine Freundinnen zur Karnevalsparty im Partykeller einlud so sagten sie nach zwei Besuchen bereits ab - es war ihnen zu langweilig und sie brauchten härte und größere Partys. Ich war nicht eingeladen.
Als ich das Gefühl hatte, mich mit Menschen besser zu verstehen, wendeten sie sich wieder ab. In Richtung der Menschen, die sie vorher nicht ansatzweise mochten.
Ich schrieb mit Menschen, ließ sie in mein Leben, verstand mich gut mit ihnen. Für ein Treffen war keine Zeit. Und dann sehe ich kurze Zeit später ein Foto, das in der Nähe aufgenommen wurde - mit jemand anderem.

Außenseiter. Was bedeutet das eigentlich?
An der Seite stehend und von außen betrachtend? Niemals dazugehörend? Immer abseits der Massen, der Freundschaften. Immer allein.

Meine beste Freundin, die ich seit dem Kindergarten kenne und mit der ich mich nach einem großen Krach wieder vertragen habe, ist nicht mehr die, die sie mal war. Ich bin sogar in dieser Freundschaft zur Außenseiterin geworden, weil es da eine andere beste Freundin gibt, die mit ihr in Urlaub fährt, zu Musicals und Konzerten geht. Ein "Möchtest du mitkommen?" war nie Thema. Ein "Lass uns mal zusammen was machen." wird abgeblockt.

Ich gehöre nirgendwo dazu.
Wann mir das bewusst geworden ist? Als ich anfing zu schreiben. Als ich langsam und Schritt für Schritt das aufarbeitete was mich verletzte. (Es scheint klein und unbedeutend, doch es tut weh.)

Und dann, als ich allein in diesem Hotelzimmer saß und meine Abendplanung mich zu einem Poetry Slam bringen sollte. Als ich mich für mich selber aufraffte, zur Lagerhalle ging. Mich darauf freute zu einer Gruppe zu gehören, Texten zuzuhören. Vielleicht ins Gespräch zu kommen und Menschen kennen zu lernen. Dazuzugehören. Und dann. "Der Slam ist ausverkauft." Unfreundlich. Kalt. Sie lächelte nicht. Schickte mich in meine Außenseiter-Ecke zurück. Du gehörst nicht dazu.
Die Menschen draußen vor den Türen schienen mich abwertend anzublicken.

Und ich?
Ich ging und nahm das kalte Gefühl des nicht-dazugehörens mit, verschluckte die Tränen und lächelte. Und das Gefühl nistet sich ein, wird immer größer, bis mir klar wird.
Dass ich nirgendwo hingehöre.
, Ziska.
Es tut so weh.
(Es gibt einige wenige Freunde. Doch mir fehlt die Verbindung, die ich brauche um das Leben zu überstehen. Zu weit weg. Zu wenig Zeit. Und ich - rede zuviel über meine Probleme statt alles positiv zu sehen.)

Donnerstag, 29. September 2016

Ich bin verloren gegangen.

Du hast mich angesehen.
Einmal.
Zweimal und noch ein drittes Mal. Zu jeder Zeit dachte ich, es sei Zufall. Niemals hätte ich gedacht, dass du nur annähernd ähnlich denken könntest wie ich.

Dann wurden die langen Gedankenketten, die ich seit Jahren hegte und pflegte, unterbrochen von Worten, Treffen, vielen Augenblicken. Von zu viel Nähe und zu wenig Respekt. Von zu vielen Fehlern und dem Schmerz in meiner Brust. Die Gedanken blieben still knapp unter der Oberfläche und das Brennen hörte nicht auf.

Es tat weh, dass der Mensch, der meinte so zu sein wie ich, nicht so war wie ich - sondern die Form von mir, die ich nicht werden möchte. Bereit, jedem sein Lebensmodell und seine Gedanken überzuziehen. So, wie eine zu große Mütze, hinderten mich deine Worte daran, zu mir selber zu finden. Obwohl du genau das bezwecken wolltest, mit deinen guten Ratschlägen.

Ich entfernte mich von mir selber in dem festen Glauben daran, dass ich mich finden würde.
(Ich habe mich bis heute nicht wiedergefunden.)

Dann hab ich dir alles gesagt. Ehrlichkeit war schon immer meine Schwäche. Vieles bleibt in mir drin, doch zu dir war ich ehrlich. Und ich bekam lediglich ein abrupt beendetes Gespräch, anderthalb Wochen später einen von mir getippten Monolog in unserem Chatfenster und sonst nichts.

Du regst dich nicht. Du sagst kein Wort.

Nicht schlimm, ich muss mich selber beruhigen. Mein Magen rebelliert, meine Brust schmerzt. Ich habe dich verletzt und das weiß ich auch, aber noch mehr habe ich mir selber weh getan. Mit der anfänglichen Unehrlichkeit, der folgenden Ehrlichkeit und der Gewissheit, dass ich dich verloren habe. (Obwohl ich dich sowieso nicht so will, wie du mich.)

, Ziska.

Den Unterschied zwischen dem wahren Vermissen und dem Schmerz über das Verlorene kann ich deutlich spüren.

Sonntag, 18. September 2016

Ich vermisse das, was du für mich warst.

Du schreibst, dass nichts zwischen uns passiert ist.
Du schreibst, dass alles okay ist, dass ich mich nicht zurück ziehen soll.
Aber nichts ist okay.
Es ist schade, dass du das nicht verstehst, dass du es nicht auch fühlst. Dass du nicht gemerkt hast, dass deine Freundin mich nicht leiden kann und es besser für mich ist, zu gehen.

Ich weiß, wann eine Freundschaft eine Beziehung zerstören kann - und umgekehrt.

Ich wünschte, es wäre nicht so, aber unsere Freundschaft wurde durch einen einzigen Abend, durch einen einzigen Satz, durch einen Eissturm zerstört.

Es wurde eine Mauer um die positiven Gefühle gebaut, die ich für dich habe. (Ich vermisse dich, aber irgendwie doch nicht. Ich vermisse das, was du für mich warst.) Diese Mauer kann nicht durchbrochen werden. Sie wurde es noch nie.
Ich schütze mich selber - und ich schütze dich. Am allermeisten schütze ich aber wohl sie. Die, die mich nicht ausstehen kann, obwohl sie noch nie mehr als ein paar Worte mit mir gewechselt hat.
Ich will ihre Beziehung zu dir nicht zerstören.

Ich werde ungern verurteilt, aber ich verurteile andere nicht dafür, wenn sie das mit mir tun. Mir tut es lediglich weh.

Sie hat mich hart verurteilt, in deinem Beisein. Du hast gesagt, dass es deswegen Diskussionen gab. Das wollte ich nicht. Ich schütze sie. Ich schütze dich.

Aus diesem Grund bin ich gegangen. Zu meinem eigenen Schutz.
Weil ich nichts mehr fühle außer Schmerz, wenn ich an dich denke. Alles andere ist weggesperrt.

, Ziska.

Freitag, 16. September 2016

Vergangenheitsgeschichten, die ihre Arme nach der Zukunft ausstrecken.

Die Vergangenheit holt einen immer ein.

Ich bin kein guter Mensch. (Obwohl ich gerne einer wäre.)

Mir wurde das Herz gebrochen. Weil ich jemanden zu sehr mochte. Weil ich eine beste Freundin sein wollte. Diesem jemand wurde eingeredet, dass ich schlecht für ihn wäre. Doch das ist noch nicht das Ende, denn ich gab nicht auf, verzweifelt versuchte ich ihn davon zu überzeugen, dass ich alles akzeptieren und verzeihen würde, was passiert war.
Er kam zu mir, sah mich an, wollte mich zurück. Doch hier endet die Geschichte.

Nur das Gefühl, verlassen worden zu sein hat mich für immer geprägt. Das Gefühl, dass jemand anderem mehr geglaubt wurde als mir, hat mich geprägt. Obwohl ich nicht gelogen habe.

Vor zwei Monaten. Nach fast sieben Jahren merke ich, dass diese Vergangenheit mich niemals losgelassen hat.

Ich traf einen Menschen aus meiner Vergangenheit, dem ich alles von mir gab. Ich wollte ihn als Freund in meinem Leben, ich wollte sein Lachen, sein offenes Ohr, seine einfachen Lösungen für meine verzwickten Probleme. Ich wollte seine, unsere Leichtigkeit.

Als es ernst wurde, als die Leichtigkeit verschwand, als er mehr wollte, als er mich in den Arm nahm und ich mich aus seiner Umarmung herauswand wurde mir bewusst, dass alles, was passiert war, nicht dem Drehbuch entsprach. Diese Freundschaft sollte und konnte nicht sein. Ich wollte sie nicht mehr.

Die Geschichte wiederholte sich. Nur, dass ich sie schon einmal erlebt hatte. Ich wusste, was mich erwarten würde und verschwand.

Vor einer Stunde. Schrieb er mir, ob alles okay sei, ich hätte mich so lange nicht mehr gemeldet. Ich antwortete ihm, dass ich mich damals zu schnell geöffnet habe. Dass mein Kopf es nicht ertragen hat, dass ich soviel von mir erzählt habe. Dass die Umstände, die diese Geschichte, diese Freundschaft, erst möglich machten, sich wieder geändert hätten.

Ich wusste, dass das nur die halbe Wahrheit war.
Du hasst unehrliche Menschen. Ich bin nicht böswillig unehrlich. (Ich hoffte nur, dass es dir vielleicht leichter fällt, mich gehen zu lassen, wenn du mich hasst.)


Ich kann es einfach nur nicht ertragen,  wenn Menschen zuviel von mir wissen.
Weil sie immer nachfragen, wie es mir geht und ein "Gut." nicht akzeptieren und ich dann erzählen muss, dass ich mich einsam fühle und dass es mir nicht gut geht.

Ich kann es einfach nicht ertragen, wenn Menschen zuviel von mir wissen, weil  alles gegen mich verwendet kann. Jede Schwäche und jede Träne kann benutzt werden. Ich habe immer noch Angst davor.

Ich kann es nicht ertragen, wenn Menschen andere Menschen haben, denen sie mehr vertrauen als mir. Und mich zurücklassen. Also habe ich dich zurückgelassen.


, Ziska.
Ich bin ein schlechter Mensch.

Freitag, 19. August 2016

Fluchtverhalten.

Seit ein paar Monaten schon
kann ich dich nicht mehr ansehen.
Du bist weit weg von mir
von meinem Leben.

Weil ich das so will.

Ich liege wach. Ich muss zu dir, dir etwas  bringen. Ich muss dich ansehen. Dich nah bei mir haben.

Ich wollte jemanden als Sütze mitnehmen, jemanden der mir hilft, dir in die Augen zu sehen. Der mich diese fünf Minuten überstehen lässt. Doch eben stehe ich doch allein vor deiner Tür. Die Tränen steigen mir in die Augen als ich die altbekannten Geräusche der Türklingel, der Treppe, der großen schweren Sicherungstür höre. Dann stehst du vor mir. Ich lächle, weil ich das immer tue, weil es dazugehört, weil du mich nur so kennst.

Ich komme mit dir, ich gehe in deine Wohnung. Sie hat sich kaum verändert seit meinem letzten Besuch. Trotzdem sieht man es. Dass du jetzt nicht mehr allein bist. Man sieht die vielen Taschen auf dem Boden, die Kleinteile auf dem Tisch, das ausgeklappte Sofa. Es ist eine andere Luft in deinem Wohnzimmer. Sie ist nicht mehr zu Hause sondern sie stößt mich ab. Ich will hier nicht sein.

Ich gebe dir, was ich mitgebracht habe. Rede kurz über vorgefallene Dinge und verabschiede mich wieder. Du bedankst dich. "Auch für deinen langen Besuch." sagst du, leise vorwurfsvoll, doch so laut, dass ich den Vorwurf höre. "Ich habe eben keine Zeit im Moment." Und weg bin ich. Ich flüchte.

Ich habs überstanden. Es gibt keinen Grund mehr für mich dich zu besuchen. Unser nächstes Treffen wäre im Januar gewesen, doch da bist du mit deiner Freundin in New York. Ich werde dich erst wieder sehen, wenn genug Gras über meine Wunden gewachsen ist und ich dich ansehen kann, ohne, dass ich dich  und mich selber verfluche.


Ich dachte eine zeitlang ich würde mir weh tun, weil ich nichts mehr mit dir zu tun hab. Doch das ist es nicht. Es tut weh, dich als guten Freund verloren zu haben. Ich vermisse dich nicht.

, Ziska.

Freitag, 22. Juli 2016

Dein Tod kam langsam schnell angerannt.

Der Tod. Er kommt langsam. Er kommt schnell.
Nein, das schließt sich nicht aus.

Selbst, wenn jemand jahrelang krank ist, langsam und qualvoll der Tod die Türe öffnet, der Lichtschein immer dunkler statt heller wird, selbst dann kommt der Tod schnell und überraschend.

Und wenn dann jemand gestorben ist. Wenn der Sarg zum Grab getragen wurde. Wenn das Lächeln erstirbt.
Dann stirbt ein kleiner Teil in jedem von uns, die dort stehen.
Wir werfen eine Blume in dein Grab. Wir denken an dich. Wir denken an dein Leben. An dein Leben.
Ich hab dir nur eins gesagt, als ich auf dich hintuntergeblickt hab:
Du hast dein Leben so gelebt, dass der Tod nicht zu früh kam. Du warst glücklich.
Ich hab nicht an dein Leid gedacht, an deine Schmerzen, daran, dass ich dich so lang nicht mehr gesehen hab.
Sondern nur daran.

Und der Tag ist vorbei. Die Hitze ist erdrückend. Ich sitze hier und tippe diese Worte. Denke an deine Stimme. Und erinnere mich an einen anderen Tod. Einen Tod, der mich wohl nie mehr loslassen wird.
Er kam langsam. Und schlug schnell zu.

Jeder Tod nimmt einen Teil, der nie wieder zurück kommt. Und doch sollte der Tod eins lehren.

Das Leben leben. Es nicht erdenken und zerdenken. Sondern es leben
 (Ich hab gut reden. Ich halte mich selber nicht dran. Zehn Stunden am Tag für Arbeiten, Acht Stunden Schlaf. Da bleibt nicht viel.) 
Aber wir alle haben einige Minuten am Tag, die wir einfach leben und erleben können.

Lasst den Tod kommen wann er will, beschwört ihn nicht herbei - aber lebt vorher das Leben, was ihr leben wollt. 

, Ziska.

Freitag, 17. Juni 2016

Was ist richtig?

Wenn ich wirklich und ganz ehrlich deine beste Freundin wäre.

Dann hätte ich nicht gesagt, dass du wieder mit ihr zusammen kommen sollst. Dann hätte ich dich angesehen. Dir deine Zweifel angesehen. Dich in den Arm genommen. Und dir gesagt, dass es nicht richtig ist. Dass dich deine Gefühle verwirren. Dass du nicht klar denken kannst. Dass sie nicht der Mensch ist, der dich so versteht, wie du es in deinem Leben brauchst. Dass das der Grund war, warum du dich von ihr getrennt hast. Dann hätte ich dir gesagt, dass mehr als ein Gefühl von Eifersucht notwendig ist um eine Beziehung wieder aufleben zu lassen. Dass es in Beziehungen um mehr geht, als darum, dass nur du sie berühren darfst. Dass du dir mehr Zeit lassen sollst. Dass sie vielleicht später, nach ein paar Monaten, wieder in dein Leben passt.

Doch ich habe mich blenden lassen. Von den Dingen du mir erzählt hast. Ich habe zaghaft versucht, dir zu erklären, dass Eifersucht keine Liebe ist. Dass die Zeit dich noch nicht genug hat denken lassen.
Und dann habe ich es aufgegeben. Ich hab in deinem Blick gesehen, dass deine Entscheidung längst getroffen ist. Ich habe gesehen, dass du versuchst, dein Leben so zu leben, dass es am wenigsten weh tut.
Du hast so unglaublich viele Vorsätze für dein Leben, so viele Pläne, so viele Wünsche und Hoffnungen und willst dabei gar nicht planen. Du willst jeden Tag leben. Fühlen was es zu fühlen gibt und dem, was dich schmerzt, keine Beachtung schenken. Und dazu gehört, den Schmerz der Eifersucht zu eliminieren.


Ich wünschte, du hättest nicht gesagt, dass wir beste Freunde sind. In dem Moment hat mein Herz zwar kurz ausgesetzt. Ich habe mich gefreut. Wollte ich doch immer, dass du mich so siehst. Doch beste Freunde wären immer ehrlich, selbst dann, wenn der andere es eindeutig nicht will.

Sie ist jetzt im Moment verkehrt für dich. Und das einzige was ich tue, ist, dich immer tiefer in die Gefühle zu bringen, die du eigentlich nicht hast. Weil ich selber zu betroffen bin von all dem. Weil ich selber versuche, möglichst heil aus der Geschichte rauszukommen.

Es tut mir leid. Ich hätte dir sagen sollen, was ich denke.
vielleicht sollte ich es noch tun. (das würde dich nur verletzten. und ich kenn sie auch nur aus deinen erzählungen, ich weiß gar nicht, wie sie wirklich ist. was ist richtig?)

Ich wünsche dir, dass du glücklich wirst - mit ihr. Ich wünsche es dir wirklich.

durch diese geschichte
ging unsere leichtigkeit verloren.

, Ziska.

Montag, 6. Juni 2016

Ein See. Asche. Und ein Fremder.

Ich glaube, das zwischen uns, das hat einen Riss bekommen.
Einen großen.
Keinen kleinen unauffälligen, sondern einen durch den die Asche auf unsere Freundschaft regnet.
Kalte und heiße Asche, gemischt.
Ich versuche ihr auszuweichen. Das kalte Wasser zum Kühlen der brennenden Masse lässt die Asche zu einem einzigen schwarzen Gebilde werden, feucht und kalt bleibt es am Grund des endlos tiefen Sees, unserer Freundschaft, liegen. Verdeckt und erstickt Gefühle.

Wir tanzen durch den Ascheregen, du lässt dich nicht aufhalten, verteilst deine Weisheit ungefragt. Meinst, du kennst mich durch und durch.
Doch das tust du nicht.
Das einzige was du tust, ist mir weh zu tun. Du hilfst mir nicht.

Du nimmst meine Probleme, wirbelst sie durch die Asche, lässt sie fallen, trampelst darauf herum, sagst mir, ich solle es dir gleich tun, nur so würde es besser werden.
Ich stehe am Rand, mein Herz blutet, weil du all meine Sorgen und Ängste klein machst, weil du sie dir einverleibst um sie mit deinem Lebensinhalt zu vermengen, sie so zu umgehen, wie du sie umgehen würdest und dabei nicht daran denkst, was ich möchte. Was ich für ein Mensch bin. Wie ich Dinge angehe.

Du versuchst deine Vorstellungen von Zukunft, vom Leben, in mein 23 Jähriges Ich zu packen, obwohl mein 14 Jähriges Ich längst nicht soweit ist, mit seinen rosaroten Gedanken an dich abzuschließen. Ich erkenne dich nicht wieder.

Ich bin 14.
Ich bin 23.
Und irgendwas dazwischen.

Ich will meine eigenen Fehler machen, meine eigenen Erfahrungen. Ich will mein Leben leben, wie ich das will und nicht so, wie du es für mich am besten hälst.

Ich will Ich sein.

, Ziska.

Samstag, 7. Mai 2016

Die Gedanken müssen schweigen.

Du hast es auf die wehenden Fahnen im Wind geschrieben. Du hast es in den Sturm gebrüllt. Du hast dich nicht unterkriegen lassen.
"Wir sind uns ähnlich. Ich hätte niemals gedacht, dass es mich ein zweites Mal gibt."
Die Liebe zur Musik, das besondere Gefühl, Worte, die Erinnerungen. Wir teilen so viel, wenn auch nicht alles.

Der Sturm hat sich beruhigt, in mir ist es ruhiger geworden, mein Herz klopfte gleichmäßig.
"Du bist nicht allein." flüsterte unentwegt eine kleine Stimme in meinem Kopf. "Es gibt noch jemanden wie dich. Mit zu vielen Gedanken. Mit einem zu großen Herzen."

Doch jetzt. Der Sturm hat sich wieder erhoben. Der Kopf wird lauter. Der Schmerz wieder stärker.
"Du solltest nicht soviel denken." - "Hast du nicht gesagt, wir sind uns ähnlich?" - "Doch, aber ich habs irgendwann abgelegt. Du solltest das auch tun."
Schmerz. Schmerz. Schmerz.

Ich werde wieder so, wie ich die letzten Jahre war. Ruhig. Gedankenfrei. Das Leben geht weiter. Der Schmerz nistet sich ein, die Gedanken schweigen still, eingeschlossen. Weil sie nicht da sein dürfen. Ich sperre mich wieder ein, mich und das, was mich ausmacht.

Weil jeder Mensch irgendwann genug von meinen Gedanken - von mir hat. Jeder Mensch. Sogar du.

, Ziska.

Freitag, 22. April 2016

Vergiss mich. Bitte nicht.

Ich freue mich für dich. Wirklich.

Denn du hast ihn wieder. Den Freund, den du drei Jahre lang schmerzlich vermisst hast. Den Freund, den du wegen einer kleinen Dummheit hast gehen lassen.
Du hast ihn wiedergetroffen, du bist auf ihn zugelaufen und er hat dich mit offenen Armen empfangen. Beste Freunde. Die Chemie stimmt immer noch. Ihr könnt reden und verbringt Zeit miteinander. Viel Zeit.

Zeit, die dir fehlt. Für mich.

Denn wir haben seit ein paar Wochen wieder miteinander zu tun, es ist nicht mehr so spannend, so aufregend. Es gibt nicht mehr soviel neues (obwohl wir weiterhin fünf Stunden am Stück reden, als wären es zwei Minuten.)
Du vergisst mich. (Bitte nicht.)

Ich werde niemals niemals gegen diesen Menschen ankommen. Denn er ist dir viel näher als ich. Er hat mehr mit dir erlebt, er hat dich geprägt, er war in den acht Jahren da, in denen ich nicht da war und vorher auch schon. Er war bei dir. In den schlimmsten und schönsten Momenten.
Anders als ich.

Ich bin die Zeit nicht wert.

, Ziska.

Donnerstag, 14. April 2016

Absagen.



Unser erstes Treffen.
Ich würde dich auch nicht mehr loslassen...“ Er sieht mich an, mit diesem Blick der Bände spricht. Das Lächeln und der gleichzeitige Schmerz in seinen Augen lassen mich tief in seine Gefühle eintauchen.
„Du kennst mich doch gar nicht mehr richtig!“ werfe ich ihm vor. Nicht, weil ich will, dass er seine Aussage revidiert, sondern weil ich nicht weiß, was ich erwidern soll. Er hat mich damals losgelassen, vor acht Jahren. Er hat mich gehen lassen. Er hat ein aufregendes spannendes Leben gehabt, ein Leben ohne mich. Und jetzt, in diesem Moment, in dieser Zeit, würde er mich nicht mehr loslassen?
Denkst du nicht, dass ich dich besser kenne, als manch anderer? Du bist bei uns zu Hause groß geworden!“ Ja, vielleicht stimmt das, weil seine kleine Schwester meine beste Freundin ist. Aber im Hier und Jetzt kennt er mich nicht mehr. Er durfte hinter die Kulissen blicken, er durfte Dinge sehen, die sonst keiner sehen darf. Ich war ehrlich zu ihm – bis vor vier Wochen.

Jetzt fühlt es sich so an, als hätte er mich längst losgelassen. Wieder. Wieder. Das gleiche Gefühl wie vor acht Jahren. Nicht wichtig genug.
Ich bitte ihn um ein Treffen. Ich brauche ihn. Ich muss über das reden, was gerade in meinem Leben passiert. Und er sagt ab. Vier Wochen lang.
Gestern:
„Du kannst gerne am Wochenende vorbeikommen, vorausgesetzt, das Wetter bleibt schlecht.“
„Ist das eine halbe oder eine  ganze Zusage?“
„Eine halbe.“
Okay, dann sag mir Bescheid, sobald es eine ganze Absage wird.

Ich habe längst aufgegeben. Ich wollte ihn nach letzter und vorletzter Woche schon nicht mehr nach einem Treffen fragen, doch ich habs getan. Jetzt werde ich es nicht mehr tun.

Du bist an der Reihe. Du musst mir die ganze oder die halbe Absage überbringen und du musst entscheiden, wann du mich wiedersehen willst.
Und still und leise, unbemerkt, verabschiede ich mich.

, Ziska.