Freitag, 3. November 2017

Von Eifersucht und Vermissen.

Wo beginnt Eifersucht und wo hört Vermissen auf?

Seit einiger Zeit habe ich, wenn überhaupt, in zwei Sätzen Kontakt zu dir. Kurz. Unpersönlich.

Desinteresse. Spricht aus jedem deiner Sätze.
Vor einigen Monaten hast du mir dein Herz ausgeschüttet, hast mir alles erzählt, von Frauen, von Schmerzen und Einsamkeit. Von Unsicherheit und Weiterentwicklung. Von falschen Freunden. Von besten Freunden.
Du hast mir erzählt, dass Menschen dich hängen lassen. Dass du so viele gute und beste Freunde schon verloren hast. Weil sie sich von dir weg entwickelt haben.
Ich habe dir jedes Wort geglaubt. Habe daran gedacht, dass du niemals Menschen, die dir wichtig sind, allein lassen würdest.

Heute weiß ich es besser.
Als es dir schlecht ging, war ich da. Ich hab dich aufgefangen, war deiner Aussage nach anders als die vielen anderen Menschen in deinem Leben. Ich hab dich verstanden, dir zugehört und nicht versucht dich zu verändern. Ich hab dich ernst genommen. Ich hab dir einen Platz in meinem Leben eingeräumt, habe dir Stunden und Tage geschenkt. So oft hab ich wegen dir alles stehen und liegen lassen.
Heute geht es dir nicht mehr schlecht. Heute geht es dir gut, weil es sie gibt. Sie fängt dich auf, sie hat dir einen Platz in ihrem Leben eingeräumt. Sie hört dir zu, die nimmt dich, wie du bist. Sie gibt dir alles, was du in deinen vielen Frauen gesucht hast.
Sie gibt dir das, was ich dir letztes Jahr gegeben habe, mit dem kleinen Unterschied, dass sie deine feste Freundin ist und ich nur deine beste Freundin war. Ich war nur die, die zugehört hat. Mehr nicht. Sie ist Mehr. Sie ist Alles.

Heute nehme ich keinen Platz mehr in deinem Leben ein.
Ich möchte dir schreiben, mich ausheulen, dir sagen, dass du mir fehlst und ich geichzeitig so verdammt wütend auf dich bin. Ich möchte dich nicht mehr wiedersehen und dir doch in die Augen sehen - um dir mit einem Blick zu sagen, dass du mich verletzt und verloren hast. Denn wie soll das Vertrauen von letztem Jahr wiederkommen, wenn du doch keine Zeit in uns investierst?
Nicht die Menschen verlassen dich, sondern du die Menschen. Das schmerzt und ich wünschte es wäre anders. Du fehlst mir. Wegen ihr.

Ist das schon Eifersucht oder noch Vermissen?
Oder ist da einfach nur noch Wut?

, Ziska.

Kommentare:

  1. Liebes Sahnetörtchen,
    ich glaube man kann alle drei Gefühle gar nicht voneinander trennen und kann sie zusammenhängend betrachten. Ich finde dieses Gefühl vergessen und ersetzt zu werden auch schrecklich, weil ich dann immer denke, dass derjenige nicht mehr an mich denkt und mich nicht mehr sehen will, weil er sich schließlich auch so verhält. Aber meistens hat man damit Unrecht, weil diese Menschen sicher auch sehr oft an dich und eure gemeinsamen Zeiten denken. Und sicher werden ihm im Alltag oft Dinge begegnen, die ihn an dich erinnern. Ich frage mich auch, warum sich manche Menschen immer nur auf bestimmte Personen fixieren und nicht versuchen, auch mit den älteren besten Freunden Kontakt zu halten. Ich hoffe, dass er das selbst auch einsieht und sich bei dir melden wird, damit ihr weiterhin im Leben des anderen sein könnt. Doch, wenn er dich aus seinem Leben "streichen" kann, dann ist er es anscheinend nicht wert, auch noch ein Teil in deinem Leben zu sein, auch wenn das immer sehr schwierig ist. Das Gefühl der gegenseitigen Vertrautheit finde ich entscheidend wichtig, denn sonst wirst du dich immer mieß fühlen bei euren Treffen und das hast du nicht verdient! ♥

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    1. Oh Mieze, du hast wohl Recht. Wenn er mich nicht mehr möchte, ist es fraglich, ob er noch in meinem Leben sein sollte. Es fällt nur so schwer, ihn einfach zu streichen, weil er soviel Platz eingenommen hat. Ich gebe mein Bestes, ich gebe noch nicht auf. Ich werde noch eine Weile immer wieder in Kontakt mit ihm treten, um zu sehen, was er sagt, ob er von sich aus was erzählt und wenn da nichts mehr kommt.. dann werde ich damit aufhören und seinen Platz einfach immer kleiner werden lassen. Auf Dauer funktioniert das nämlich so nicht... Danke für deine Worte ♥

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  2. Ach Ziska.

    ich erkenne mich selbst in deinen Zeilen wieder.Es verletzt so sehr so viel zu investieren, zu geben und immer nur zu geben ohne dass etwas zurückkommt. noch mehr schmerzt es das zu realisieren und sich einzugestehen. ach verdammt leute, was ist bloß mit euch?

    ich frage mich auch immer wieder, warum man so dermaßen auf die fresse fliegen muss. sich öffnen gegenüber einer anderen person erfordert mut und ein gewisses blindes vertrauen. wenn das dann weggeschmissen wird und die eigene person nicht wertgeschätzt wird, fühlt man sich klein. und unwichtig. nicht wertvoll.

    ich sage mal, urteilend nach deinen texten, dass du eine wunderbare person bist. und definitiv besseres verdient hast. ich versteh deine zerrissenheit zwischen nie wieder sehen wollen und ein klares gespräch um die eigenen gedanken loswerden zu können. ich sehe so gespräche auch als abschluss. um weiter zu kommen. und es nicht in sich mittragen zu müssen.

    <3

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    1. Liebe Katherina,

      danke für deine Worte.
      Und ja, es schmerzt. Mein Vertrauen wurde so oft schon missbraucht aber bei ihm dachte ich, er könnte sowas gar nicht. Er war so nett.

      Falsch gedacht.

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