Sonntag, 28. Februar 2016

Großer Bruder.

Manche Menschen vergisst man nie.
Etwas verbindet uns. Die gemeinsame Vergangenheit. Er war immer da. Der Bruder meiner besten Freundin. Und damit auch mein großer Bruder. Er hat mich beschützt, er hat die ersten Enttäuschungen und Ängste aufgefangen und mir ein Gefühl von Sicherheit gegeben.
Dann kam der Bruch. Er wurde erwachsen. Ich blieb die kleine Schwester. Er zog aus, ich sah ihn kaum noch. Unser gemeinsames Hobby gaben wir beide auf. Auch ich wurde erwachsen. Meine beste Freundin wurde erwachsen.
Sie und ich blieben weiter verbunden, wir fanden uns wieder und sind einfach wir.

Er und ich verpassten viele Jahre, die wir gemeinsam hätten verbringen können. Konventionen und Moralvorstellungen von anderen Leuten hielten uns davon ab, engeren Kontakt zu pflegen.
Er war der große Bruder meiner besten Freundin. Mehr nicht. Deswegen war es nicht angebracht, sich zu treffen.

Jetzt sind wir beide erwachsen. Und ich hab viel an ihn gedacht. Ich nahm ihn bei der Hand und zeigte ihm mein jetztiges Leben. Er hielt meine Hand und sagte, dass er froh ist, wie es ist.
Großer Bruder bleibt für immer großer Bruder.  Wir verbrachten einen Nachmittag zusammen, der mir bewies, dass uns viele Jahre verloren gingen, die uns beide hätten aneinander wachsen lassen.

Doch wir holen das jetzt nach. Entgegen aller Moralvorstellungen stelle ich mich gegen alle und treffe mich mit meinem großen Bruder - der nicht mein großer Bruder ist, aber eben irgendwie doch.

Dem schiefen Blick meiner Mama werde ich schon stand halten. Mir bedeutet es zuviel, ihn wieder in meinem Leben zu haben.

, Ziska.

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